Aktuelle Themen, geplaudert aus dem Nähkästchen...

Schulbesuche und Kooperation mit Lehrkräften                        15.05.2019

Schön und befreiend erlebe ich es, wenn Gespräche in Schulen auf Augenhöhe stattfinden, wenn Kinder und Jugendliche mit einer Teilleistungsschwäche in ihrer Ganzheit, mit allen Stärken und dem noch brachliegenden Potential - neben der Schwäche!- erkannt werden. Heute habe ich eine Lehrerin an einem Gymnasium kennengelernt, die sehr engagiert, warmherzig und systemisch vorgeht. So, wie es immer sein könnte und dürfte... und die sich selbst und ihre Vorgehensweise als "normal" ansieht. Es bisschen schade, dass eine solch vorbildliche Frau keine Ahnung davon hat, wie besonders sie ist und welchen Unterschied sie im Leben dieses einen Kindes bewirkt. 

Nun ja, die Mutter, die ich begleiten durfte, und ich haben mehrfach betont, wie glücklich wir darüber sind, diesen Schüler so gut wahrgenommen zu wissen... 

 

 

Prioritäten setzen...                                                                    10.05.2019

Die Hebo-Schule bzw. der Schulleiter und seine Kolleg*innen nehmen eine Haltung zum Thema Fridays for Future ein, die ich durchaus teile. Auch ich bin dankbar, mit Schüler*innen arbeiten zu dürfen, die sensibel und wach genug sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen. 

 

 

Der Nachteilsausgleich                                                               01.05.2019

Eine neue Chance zur Kooperation!

Bisher gestaltete sich die Umsetzung des Nachteilsausgleichs oft zähflüssig (Gespräch mit Klassenleitung, dann Englischlehrerin, später weiter Fachkräfte... und bei einem Lehrkraftwechsel drehte sich das Roulette wieder von vorn!).

 

Nun gründeten Betina Henkel und ihr Mann den BuchstabenSalat (Arbeitskreis LRS Solingen). Ein erstes Treffen für Interessierte fand statt. Gemeinsame Anliegen: Informationen fließen zu lassen, Unterstützung für die belasteten Kinder, Jugendlichen, Familien und Schulen anzubieten. Die Lehrkräfte, mit denen ich schon Hand in Hand arbeite, können hier also auf eine weitere Ressource zurückgreifen.

 

Diese neue Gruppe kann die Öffentlichkeit weiter für die Herausforderungen einer LRS sensibilisieren.

Denn bisher erlebte ich zwar viele Lehrerinnen mit Herz und Verstand, die sich maximal für ihre Schützlinge einsetzten. Doch diejenigen, die "in ihrer Laufbahn noch kein Kind mit einer LRS erlebt haben" oder vertraten:"Mit ein bisschen Üben am Nachmittag ist die LRS bald Vergangenheit", bereiteten mir mehr als eine schlaflose Nacht...

Vielen Dank, liebe Frau Henkel, für Ihren Mut und Ihre Tatkraft!

 

 

Lernpartnerschaft                                                                       April 2019

Ganz aufgeregt und beflügelt bin ich, weil ich mit meinem Lieblingskollegen einen lebendigen Abend mit einer Elterngruppe sowie der Klassenleitung an einer Gesamtschule moderieren und erleben konnte.

 

Mittelfristig ist es geplant, der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrkräften einen neuen Atem einzuhauchen. Denn da liegen Schätze verborgen, welche zu einer Entlastung im Schulalltag verhelfen können. 

 

Besonders freue ich mich darüber, dass der Schulleiter die Schnittmenge unserer beider Arbeit erkennt und und wertschätzt. Auch ihm geht es um ein Miteinander aller Beteiligten zum Wohle der Schüler*innen. Für mich ist dies ein Akt der Nachhaltigkeit und des Klimawandels! Es öffnen sich Möglichkeiten, durch die das (Schul-)Leben so viel befruchtender und konstruktiver sein kann... denn bekanntlich ist die Summe mehr als ihre Teile. 

 

 

Andreas Reinke – Inspiration für Eltern und Pädagogen - gefunden auf FaceBook

(interessant sicher auf im Hinblick auf Fridays for Future)

Der oft zitierte und von vielen Lehrern und Schulleitern eingeforderte Schulfrieden ist bei genauerer Betrachtung eine Art Rechtfertigungslehre für Gehorsam, Ruhe und Gleichschritt. Wenn es Lehrern „gelingt“, Schüler dazu zu verpflichten, die zu sein, die sie sein sollen, kann der Schein des Sichtbaren die Sinne so sehr trüben, dass niemand bemerkt, wenn der Druck in den Menschen und auf dem gesamten Schulkessel langsam und stetig steigt. Schüler, die pünktlich zum Unterricht erscheinen, brav mitmachen, sich ein- bzw. unterordnen und keinen Ärger machen, sind der Beweis dafür, dass Lehrer und Schulleiter kompetent sind. Und da Lehrer und Schulleiter kompetent wirken wollen (und eine panische Angst davor haben, als inkompetent entlarvt zu werden), setzen sie nahezu alles daran, jedes Abweichen von irgendwelchen Normen zu unterbinden. Die Pointe ist nun aber, dass sich viele kleinere heruntergeschluckte Neins im Laufe der Zeit zu einem großen NEIN vereinen können. Das „große NEIN“ kann sich auf verschiedenen Ebenen äußern. Manche Schüler sagen NEIN zu sich selbst (diese Menschen sind zwar gefährdet, gefährden aber weniger den Schulfrieden), andere sagen NEIN zu Lehrern oder zur Schule insgesamt. Ihr NEIN ist das Ergebnis einer Aneinanderreihung von vielen „kleinen“ Nadelstichen auf der existentiellen Ebene des Selbstwertgefühls. Spätestens jetzt müssten Erwachsene auf sie zukommen und sie auf der existentiellen Ebene sehen und ansprechen.

Viel wird gerade wieder diskutiert über die steigende Anzahl derer, die trotz Schulanwesenheitspflicht von der Schule fernbleiben. Und dann wird darüber gefachsimpelt, was man denn mit „Schulschwänzern“ und dazugehörigen Eltern machen sollte, damit sie ihrer Pflicht endlich wieder nachkommen. Manche Eltern berichten mir davon, dass sie von ausgebildeten Psychologen den Ratschlag erhalten, zu Hause hart durchzugreifen, damit ihre Kinder endlich lernen, im Leben zurechtzukommen.

Die Art und Weise, wie mit Menschen umgegangen wird, die NEIN zur Schule sagen, ist nicht nur peinlich. Hier wird deutlich, dass wir es im Schulsystem mit einer tiefen Verantwortungskrise zu tun haben. Wenn die Leute nicht mehr in meinen Laden kommen wollen, muss ich mich doch bitte fragen, was in meinem Laden los ist, anstatt die Leute dafür falsch zu machen, dass sie nicht mehr in meinen Laden kommen. Was ist denn das? Man stelle sich vor, dass man Menschen, die sich von der Deutschen Bahn oder von OBI abwenden zur Therapie schickt, damit sie ihr Bahn- oder OBI-Problem in den Griff bekommen. Und auf dem Behandlungsplan stünde dann die Diagnose "Bahnabstinenz" oder "OBIphobie"…